Münster setzt ein Zeichen für Vielfalt – auch in Zeiten der Trauer
Erstelldatum12.05.2026
Am 17. Mai ist der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter-, Trans- und Asexuellenfeindlichkeit. Als Zeichen für Solidarität und Toleranz und gegen Diskriminierung wird an diesem Aktionstag – wie bereits in den Vorjahren – auch am Rathaus Münster wieder die Regenbogenflagge wehen. Anders ist diesmal trotzdem alles. Denn nach dem Tod von Bürgermeister Joachim Schledt vor gut einem Monat wehte am Rathaus bislang durchgehend die Münster-Fahne auf Halbmast.
„Wir haben im Gemeindevorstand darüber gesprochen und sind gemeinsam zu der Entscheidung gekommen, dass es in Joachim Schledts Sinne gewesen wäre, die Regenbogenflagge zu hissen“, erläutert die Erste Beigeordnete Denise Hast. „Jeder, der ihn kannte, weiß, dass ihm Vielfalt und Toleranz immer sehr am Herzen lagen und er sich stets für Minderheiten stark gemacht hat. Darum werden wir trotz der natürlich immer noch vorherrschenden Trauer nicht mit der Tradition brechen, die Regenbogenflagge am 17. Mai zu hissen – auch für ihn.“
Die Fahne wird die ganze Woche über wehen. Am 18. Mai wird zudem der „Diversity Day“ begangen. Der „Tag der Vielfalt“ ist ein weiterer jährlich wiederkehrender, bundesweiter Aktionstag, der Unternehmen und Institutionen dazu aufruft, sich für Vielfalt stark zu machen und gesellschaftliches Bewusstsein für Vielfalt zu schaffen.
Kristina Löbig vom Büro für Chancengleichheit der Gemeinde Münster hat sich vor einigen Jahren dafür eingesetzt, diese Aktionstage auch nach Münster zu holen. „Leider werden immer noch viele Menschen auf der ganzen Welt aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert oder sogar verfolgt. Dagegen muss man ein deutliches Zeichen setzen“, erläutert sie ihre Beweggründe. Das Datum hat einen bedeutenden Hintergrund: Ab dem 17. Mai 1990 wurde Homosexualität von der Weltgesundheitsorganisation WHO nicht mehr als „psychische Störung“ angesehen.
Archivfoto: GM/Meike Mittmeyer-Riehl
