27.2.: AG Stolpersteine lädt zu Veranstaltung mit Historikerin ein
Erstelldatum27.01.2026
Die Aufarbeitung der NS-Verbrechen an psychisch kranken und behinderten Menschen in Südhessen und im Landkreis Darmstadt-Dieburg: AG Stolpersteine Altheim und Münster lädt ein für Freitag, 27. Februar, 19:00 Uhr, in den Sitzungssaal des Rathauses Münster
Zu dieser Veranstaltung hat die AG Stolpersteine die Historikerin Leonie Otters eingeladen. Leonie Otters, M.A. Geschichte, ist Historikerin mit Schwerpunkt auf Erinnerungskultur und jüngerer deutscher Geschichte. Sie ist Sprecherin der Regionalen Arbeitsgruppe Südhessen des Vereins Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V. und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Aufarbeitung von NS-Verbrechen. In ihrer Masterarbeit widmete sie sich der Erinnerungskultur in der Nieder-Ramstädter Diakonie.
Ihr Vortrag beleuchtet die historische Aufarbeitung der nationalsozialistischen Medizinverbrechen an psychisch kranken und behinderten Menschen mit einem Schwerpunkt auf Südhessen und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg, wobei auch Einblicke in vergleichbare Einrichtungen der weiteren Region einbezogen werden. Diese Verbrechen sind ein zentraler Bestandteil der deutschen Geschichte, doch das Wissen über ihre regionale Verankerung und die betroffenen Einrichtungen ist bis heute wenig verbreitet. Der Vortrag untersucht, welche Verbrechen in der Region begangen wurden, wie dieser Teil der Vergangenheit in der Region erforscht, dokumentiert und öffentlich gemacht wurde und welche Schwierigkeiten dabei auftraten. Dabei werden die Entwicklung der historischen Aufarbeitung seit den 1990er-Jahren sowie die lange gesellschaftliche Marginalisierung der Betroffenen thematisiert, die Anerkennung und Entschädigung erschwerte. Zugleich soll der Vortrag dazu beitragen, das Bewusstsein für dieses Kapitel der Regionalgeschichte zu vertiefen und seine Bedeutung für das heutige Geschichtsverständnis aufzuzeigen.
Die AG Stolpersteine wird im Anschluss an den Vortrag kurz über den Stand ihrer Recherchen zu Opfern der NS-Verbrechen aus Altheim und Münster berichten. Ziel der AG ist es, neben der Erinnerung an die ehemaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger auch ein würdiges Gedenken an diese Opfergruppe zu ermöglichen.
Der Eintritt zu diesem Vortrag ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Über etwaige Spenden für ihre Arbeit freut sich die AG Stolpersteine.